Unser heutiges Impfen basiert auf einer schon Jahrtausende alten menschlichen Erfahrung: eine überstandene Erkrankung bewirkt häufig, dass man diese Krankheit nie wieder bekommt, also durch die "Krankheitsarbeit" nun geschützt, immun geworden ist. Es gibt Berichte aus vielen alten Kulturen, in denen dieses Prinzip des Schutzes vor Krankheiten schon vor über 3000 Jahren etwa in Indien bekannt war und man damit offenbar auch erfolgreich experimentierte. Dies wurde lange Zeit vergessen und eine Infektionskrankheit bedeutete in Europa noch bis vor kurzer Zeit ein magisches, schicksalhaftes Geschehen, das sich menschlicher Behandlung oder gar Vorbeugung entzog und Millionen von Menschen vorzeitig das Leben kostete. 

 

Das moderne Impfwesen kann man mit dem veröffentlichten Versuch des englischen Arztes JENNER beginnen lassen. Er steckte im Jahr 1796 offenbar seinen eigenen Sohn und den seines Gärtners mit den für den Menschen ganz harmlosen "Kuhpocken" an. Dies ist eine harmlose Bläschenerkrankung, die oft am Euter von Kühen zu finden war, so dass Melker sich diese Hauterkrankung leicht an ihre Hände anstecken konnten. Die Erreger der Kuhpocken, heute weiß man, dass es sich um Viren handelt, sind enge Verwandte der"echten Pocken", nur sind sie viel harmloser und richten keinen weiteren Schaden an. Durch die nahe Artverwandtschaft bewirkt jedoch eine Immunität nach durchgemachter Infektion eine "Familienimmunität", also auch Schutz vor den anderen Pockenarten. Diese Beobachtung gab es offenbar schon lange bei der von vielen Pockenepidemien verfolgten englischen Landbevölkerung. Die geniale Tat des Herrn JENNER war jedoch, dieses Wissen in ein gezieltes Experiment umzusetzen. Denn einige Wochen nach der überstandenen Kuhpockeninfektion steckte er seinen Sohn mit echten menschlichen Pocken an und: der Junge erkrankte nicht, wie der Vater vorausgesehen hatte.

Damit begann ein Aufatmen und ein weltweiter Aufbruch aus der Zeit des stummen Wartens auf die nächste Epidemie, die etwa bei bestimmten Pockentypen bis zu 100% einer Bevölkerung in kurzer Zeit umbringen konnte. In Deutschland ist der Name v. BEHRING eng mit der rasanten Entwicklung des Impfwesens verbunden.Aktives Impfen (siehe auch passives Impfen) bedeutet also gezieltes Krankmachen durch meist mehrmaliges Einbringen von Krankheitserreger über Schlucken, Spritzen oder Einbringen in Hautritzer zu einem gewählten Zeitpunkt und in ausgesuchter Dosis bei einem durch vorherige Untersuchung als gesund befundenem Menschen, sowohl Kindern als auch Erwachsenen. Sinnvoll ist dies natürlich nur, wenn die so ausgelöste "Impfkrankheit" im Gegensatz zu der befürchteten "Wildkrankheit" durch die echten Erreger keine Krankheitssymptome wie Fieber, Krankheitsgefühle und Schäden am Organismus macht, aber dennoch das Immunsystem soweit beansprucht, dass auch auf diesem Wege eine bleibende Immunität entsteht. Als Impferreger kommen nicht mehr vermehrungsfähige (daher der Begriff "Totimpfstoff") Krankheits-Bakterien oder -Viren oder auch mit dem angepeilten "Wilderreger" nur verwandte Erreger in Frage, heute meist nur noch immunologisch aktive Bruchstücke der Impferreger, ohne unnötige Teile, die vielleicht unerwünschte Nebenreaktionen verursachen. Daneben kann man auch lebende Impferreger benutzen ("Lebendimpfung"), wie etwa lange Zeit gegen Kinderlähmung oder Masern, Mumps und Röteln. Diese lebenden Viren vermehren sich erst im menschlichen Organismus wie bei einer echten "Wild-Infektion"allerdings ohne spürbare Symptome im Sinne einer echten Krankheit, und rufen meist eine stärkere, oft lebenslange Immunantwort hervor.Aktives Impfen stellt also eine vollkommen natürliche und wunderbar wirksame Methode dar, unserem Organismus rechtzeitig die Informationen über bedrohliche Krankheitserreger mitzuteilen, so dass er ohne Medikamente oder künstliche Wirkstoffe in die Lage versetzt wird, sich selbst zur Wehr zu setzen und gesund und ohne Schäden oder Verkrüppelungen zu leben und sich weiterzuentwickeln.

Impfen ist so die intelligenteste heute denkbare aktive Gesundheitsvorsorge, da sie unsere vorhandenen immunologischen Fähigkeiten nutzt.Passives Impfen bezeichnet einen anderen Vorgang, der vor 100 Jahren von v. Behring ins Gespräch gebracht wurde, heute nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, bei einigen Erkrankungen wie Diphtherie oder Botulismus aber noch unersetzlich ist. Dabei überträgt man aus Blut hergestellte, konzentrierte Antikörper von immunisierten Menschen oder auch Tieren, die man durch gezieltes, dosiertes Krankmachen zum Spender gemacht hatte. Der Impfling selbst, der dann diese gereinigten Antikörper erhält, leistet also keine eigene Immunarbeit, bleibt "passiv". Bekannt waren etwa die noch in den 50ger Jahren verwendeten Spritzen mit "Serum" gegen Wundstarrkrampf von Tieren wie Rind, Schwein oder Schaf. Serumspritzen enthielten die von diesen Tieren produzierten Antikörper, die unmittelbar nach der Injektion in den Menschen dort eine Schutzwirkung erzielten, die aber höchstens einige Monate anhielt, da diese Eiweißstoffe verbraucht oder abgebaut, aber nicht neu gebildet wurden. Die besondere Möglichkeit dieser "Passiven Impfung" sind der sofortige Wirkungseintritt, was bei einer akuten Erkrankung eines Ungeimpften lebensnotwendig ist, weil ja ein aktiver Impfschutz erst nach mehreren Impfungen wirksam wird, im Falle einer akuten Erkrankung aber innerhalb von Stunden Gifte der Bakterien unschädlich gemacht sein müssen. Der spezifische Nachteil eines aus Tieren gewonnenen Serums ist die Verwendung eines artfremden Eiweißes, gegen das der menschliche Organismus Antikörper bildet, weil er es korrekt als Fremdstoff identifiziert. Falls man unwissentlich ein Serum des gleichen Tieres wiederholt verwendet, kann eine schwerwiegende Abwehrreaktion schlimme Folgen bis zum Tod nach sich ziehen, auch dadurch ausgelöste chronische Erkrankungen sind möglich. Aus diesen Gründen wird das Verfahren also nur noch selten angewendet, es ist durch das aktive Impfen weitgehend ersetzt worden.Alle Impfstoffe werden immer noch kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert und immer neue Vereinfachungen der bekannten Impfschemata gesucht, wie die Kombination verschiedener Impfstoffe zu einer Mischimpfung, wodurch die Häufigkeit von Spritzen verringert werden kann und mögliche unangenehme unerwünschte Nebenwirkungen noch seltener werden. Die verwendeten Impfstoffe enthalten praktisch keinerlei nachweisbare Fremdstoffe aus der Herstellung, etwa Fremdeiweiß, manche noch geringe Mengen von Konservierungsmitteln, die eindeutig deklariert sind und in Mengen vorkommen, die im täglichen Leben über die Ernährung um Größenordnungen übertroffen werden. Durch Impfungen können keine Allergien erzeugt werden.Die heute angebotenen Impfstoffe erfüllen die anspruchsvollen Forderungen in fast schon unglaublicher Perfektion als Ergebnis weltweiter Forscherarbeit und Kooperation unter der Kontrolle der Weltgesundheitsorganisation, so dass man bei Statistiken über Milliarden von Anwendungen berichten kann und nicht die Meinung eines Einzelnen wiedergibt. Als ein deutlich sichtbarer Erfolg konnte im Jahr 1982 die Pockenimpfung nach einem gewaltigen, dem ersten, weltweiten Impfprogramm wieder beendet werden, weil der letzte menschliche Pockenfall 1977 beobachtet worden war. Ein weiteres gut überprüfbares Beispiel ist die Kinderlähmung, die durch weltweite Massenimpfungen soweit zurückgedrängt wurde, dass etwa in Mitteleuropa oder Nordamerika "wilde" Kinderlähmungsfälle nicht mehr vorkommen oder die Diphtherie, die bei uns nur noch in Einzelfällen bei Ungeimpften auftritt, in Ländern ohne umfassendes Impfangebot aber immer noch epidemieartigen Charakter besitzt und vielen Kindern völlig unnötigerweise das Leben kostet. In Deutschland werden die Kosten für alle von der "Ständigen Impfkommission STIKO" empfohlenen Impfungen von den Versicherungen übernommen, alle Vorgänge um das öffentliche Impfwesen sind gesetzlich geregelt. So ist Impfen zu einem integrierten, stets aber freiwilligen Bestandteil des Gesundheitssystems in den entwickelten Ländern geworden. In vielen Ländern der dritten Welt ist ein allgemeiner Impfschutz leider noch nicht möglich, es fehlt einfach das Geld oder auch das Wissen um die Wirksamkeit. Aufklärungsaktionen dort und Impfaktionen sind im Moment eine der effektivsten Hilfen überhaupt.

Unerwünschte Nebenwirkungen der üblichen Impfungen sind im Verhältnis zu dem erzielten Nutzen extrem selten und im Einzelfall kaum von Störungen aus anderer Ursache abzugrenzen. Immerhin übernimmt der Staat Kosten, falls ein sogenannter Impfschaden auftreten sollte. Die Größenordnung von solchen sogenannten Impfschäden beträgt zum Beispiel weltweit bei der bisherigen Kinderlähmungs-Schluckimpfung 1 Fall von durch die Impfung erworbener Kinderlähmung auf etwa 5 Millionen Erst-Impfdosen. Es ist anzunehmen, dass diese Menschen bei einer echten Infektion mindestens einen ebenso schweren Schaden erlitten hätten. Andere Impfungen können gelegentlich schuld sein an unvermutet auftretenden epileptischen Anfällen oder sogar Erkrankungen des Gehirns mit bleibenden Schäden, wie dies bei der früheren, nun nicht mehr notwendigen Pockenimpfung doch beobachtet wurde. Auf diese bekannt gewordenen Pocken-Impfschäden geht wohl auch eine reservierte Haltung gegenüber dem Impfen zurück, die speziell in Deutschland die Öffentlichkeit beschäftigt, zumal die damalige Pockenimpfung eine vom staatlichen Gesundheitssystem vorgeschriebene Maßnahme war, zu der man unter Androhung polizeilicher Vorführung gezwungen werden konnte. Zu den vermuteten Zusammenhängen mit Krampfanfällen muss auch betrachtet werden, dass etwa 30% aller Menschen im Laufe ihres Lebens einmal einen sogenannten cerebralen Krampfanfall erleiden, davon die Hälfte im ersten Lebensjahr. Im ersten Lebensjahr werden auch die meisten Impfungen durchgeführt, heute mindestens drei Impfungen zwischen dem 4. Lebensmonat und meist dem 6. Lebensmonat. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine dieser Impfungen zeitlich mit einem dieser häufigen Krampfanfälle (etwa einem sogenannten "Fieberkrampf") zusammenfällt, ist sehr hoch und dem Impfen an sich nicht anzulasten. Ebenfalls in unangenehmer Erinnerung sind manchen älteren Menschen die Probleme der passiven Immunisierungen mit den verschiedenen tierischen Seren, da man ständig die bisher schon verabreichten Seren in Erinnerung haben musste und immer wieder von tatsächlichen Zwischenfällen nach Injektionen mit einem bereits früher verwendeten Serum hören konnte. Diese Probleme kennen wir nicht mehr. Heute gelegentlich in der Boulevardpresse noch berichtete Impfschäden können zumeist als Erkrankungen anderer Ursache aufgedeckt werden, die aber gerne dem Impfen zugerechnet werden. Über tatsächlich statistisch zu erwartende Probleme siehe unter den einzelnen Impfungen.Wie oben dargestellt, kann Impfen auf einem erprobten, eleganten, natürlichen Wege schwerwiegende Infektionskrankheiten verhindern und so vor allem in der Kindheit Leben schützen und bewahren. Der zur Zeit erreichte allgemeine erfreuliche Gesundheitszustand in der Kindheit und Jugend geht zu einem großen Teil auf die zahlreichen Impfungen zurück. Kinder können sich so ungestörter entwickeln und sich anderen Lebensbereichen widmen, als der verzehrenden Abwehr unvermeidlicher Infektionskrankheiten. Der schönste Weg wäre zweifellos, wenn es keinerlei Krankheiten gäbe, da dies aber Illusion ist, müssen wir uns damit auseinandersetzen. Es wäre auch sehr schön, wenn man die unvermeidlichen Infektionskrankheiten dieser Erde praktisch ohne Schäden oder sogar als Gewinn für das weitere Leben absolvieren könnte. Diesem Wunsch kommt das Impfen entgegen. In zahlreichen Studien kann man zweifellos sehen, dass frühes Impfen durch die ausgelöste Immunantwort das Immunsystem auf verträgliche Weise aus seinem Schlafzustand erweckt und neben dem gezielten Impfschutz mit ehrlich selbst erworbenen Antikörpern auch eine allgemeine schnellere Abwehrreaktion gegen alle Krankheiten entsteht, verkürzt gesagt, die Kinder dadurch gesünder werden. Da eine regelrechte Beanspruchung des Immunsystems darüber hinaus Fehlreaktionen wie Allergien unterbindet, verhindert frühes Impfen auch eindeutig viele vermeidbare Allergien! Dies kann man am Beispiel von Drittweltländern beobachten, wo es leider noch viele mörderische Abläufe von Infektionskrankheiten in der frühen Kindheit gibt. Letztlich Überlebende dieses Kampfes haben später nach dem ungeheuren Training des "richtigen" Abwehrsystems praktisch keine allergischen Erkrankungen als Phänomen einer Fehlreaktion. Auf unsere europäischen Bedingungen übertragen heißt dies, dass frühes Impfen eine adäquate Trainingsmethode für unser menschliches, phantastisches Immunsystem bedeutet und wir so nicht dem allgemeinen gnadenlosen Überlebenskampf schon in der Kindheit ausgesetzt werden, der unmenschliche Opfer kostet, um einige wenige Überlebende zu erhalten. Neben der allgemeinen Abwehrsteigerung gegen Infektionen erwirbt sich unser Körper durch frühes Impfen auch eine bessere Ausgangsposition in der Abwehr von bösartigen Erkrankungen, wie zum Beispiel Leukämie im Kindesalter. Eine große deutsche Studie hat dies erst 1998 eindrucksvoll vorgeführt: der einzig statistisch relevante aus einer Vielzahl von Faktoren wie Familienverhältnisse, Wohnorte und -verhältnisse, Ernährungsgewohnheiten, Art der medizinischen Versorgung usw., der sich im Zusammenhang mit der Häufung von kindlichen Leukämieerkrankungen als vorbeugende Maßnahme herausarbeiten ließ, war frühes Impfen!

Gegenstimmen

Grundsätzlich andere Ansichten zum Impfen findet man in verschiedenen philosophischen oder religiösen sowie davon beeinflussten alternativ-medizinischen Systemen. Sie betrachten Impfen etwa als unerlaubten Eingriff in schicksalhafte Vorgänge oder lasten dem Eingriff schädliche Spätwirkungen auf geistige Vorgänge oder körperliche Reifungen an, so dass man besser ohne Impfen leben könne oder müsse, oder auch, dass es sich es sich bei schweren Infektionskrankheiten eben um eine natürliche Auslese handele. Dies sind in geschlossenen Systemen funktionierende Glaubensfragen und Meinungen außerhalb der nachvollziehbaren naturwissenschaftlichen Wissenschaften und daher mit rationalen Argumenten nicht diskutierbar. Immerhin darf man heute sagen, dass die Zeit der "natürlichen Auslese" in Millionen von Jahren zu der heutigen "Krone der Schöpfung" geführt hat, dem Mensch, weil immer nur die immunologisch besten überlebt haben. Dies heute fortsetzen zu wollen, hieße, wieder Millionen von Menschenleben opfern zu wollen. Dies wäre ein Rückfall in die tausendjährige Zeit, als schon einmal nur das Beste überleben sollte. Immer einmal wieder zu hörende Argumente, eine Vielzahl von angeblich modernen Seuchen (Zuckerkrankheit, Krebs, Rheuma, Arthrose usw.) sei eine Folge des Impfens, muss energisch als mystifizierender Unsinn beurteilt werden. Alle diese Krankheiten gab es in der Zeit vor unserem modernen Impfen wesentlich häufiger und schwerwiegender, sie mit dem Impfen in Verbindung zu bringen ist abwegig. Auch Vorschläge, strenge Ernährungsrichtlinien könnten vor Infektionskrankheiten wie etwa der Kinderlähmung schützen, entbehren jeglicher Grundlage und sind Ausdruck kindlicher Wunschträume und Größenphantasien. Homöopathische "Impfungen" werden gelegentlich angeführt und als Alternative vorgestellt. Zum Teil handelt es sich um den Versuch, eine spezielle Immunisierung durch homöopathische Mittel zu erzeugen, was aber dem Wesen der Homöopathie zuwiderläuft, die sie keine konfektionierten Methoden kennt, sondern nur den Einzelfall, also so prinzipiell nicht funktionieren kann und offensichtlich ein Zerrbild der oben geschilderten medizinisch gewollten Immunisierung darstellt. Die auch geäußerte Idee, im Ernstfall mit zum Beispiel homöopathischen Mitteln alles behandeln zu können, scheitert an der Realität als Fiktion. Es gibt auch keine homöopathische Behandlung im Extremeinsatz in medizinischen Krisengebieten etwa der dritten Welt: hier ist wirkliche Hilfe durch Impfaktionen gefragt und dort erfolgreich und kein frommer Wunsch. Es sollte hier auch bedacht werden, dass die Möglichkeit zur Diskussion über das Impfen natürlich nur auf dem Boden der erreichten (Infektions-Luxussituation in Deutschland möglich wurde. Es lässt sich trefflich aus dem warmen Wohnzimmer gegen den Unsinn des Heizens zu Felde ziehen. Eine gewisse Zahl von Nicht-Impfern verträgt unsere Gesellschaft, weil die Geimpften die Anderen mit schützen und eine Epidemie verhindern können. Wir haben also bei uns durchaus die Möglichkeit, uns gegen das Impfen zu entscheiden, ohne sofort schwere Probleme fürchten zu müssen. Spätestens bei Reisen etwa in Tropenländer entsteht aber eine andere Situation.Es gibt immer wieder eine Reihe von selbsternannten "Impfgegnern", die Literatur dazu verbreiten und Vorträge halten. Angebliche Statistiken, mit denen gegen das Impfen als gefährlich und unnötig argumentiert wird, zeigen jedem normal intelligenten Menschen, dass es sich um grässliche Mischungen aus Tatsachenund Meinungen handelt, die einer Indoktrination der unangenehmsten Sorte entsprechen.

Technisches Vorgehen

In jedem Lebensalter kann man impfen, es gibt keinen Zeitpunkt, nachdem etwa die Säuglingsimpfungen nicht mehr möglich sind. Ein unterbrochener Impfzyklus kann jederzeit später wieder fortgesetzt werden ohne wieder ganz neu von vorne beginnen zu müssen. Die Grundimmunisierung des Säuglings sollte zum bestmöglichen Termin stattfinden. Dieser beste Termin ergibt sich aus immunologischen Voraussetzungen: bis zur Geburt bekommt das Baby aus dem Blut der Mutter alle ihre Antikörper, die sie jemals gebildet hat, also das Ergebnis aller jemals durchgemachten Infektionen und auch Impfungen. Diese Mitgift an das Neugeborene nennt man den Nestschutz. Er hilft dem Baby hervorragend über die ersten Lebensmonate, indem er ihm vorübergehend eine Abwehr leiht, bis der kleine Organismus nach der so geschützten Zeit einige Infektionen selbst absolviert, also trainiert hat und besser imstande ist, weiterhin diese schwere Arbeit zu erbringen, Infektionen alleine zu überstehen. Der Nestschutz hält ungefähr 6 Monate vor, dann sind die meisten der mütterlichen Antikörper im Blut des Kindes aufgebraucht oder abgebaut. Das Kind muss dann sozusagen alles alleine machen, es kann nun auch all die Krankheiten bekommen, gegen die es der Nestschutz noch geschützt hatte. Wenn der nachlassende Nestschutz sozusagen nahtlos in eine andere Schutzart übergehen soll, weil wir unser Kind vor gravierenden Erkrankungen, gegen die es keine Chance hätte, bewahren wollen, etwa durch die Impfungen, dann ergibt sich so der beste Zeitpunkt für den Impfbeginn. Da eine Impfung meist erst nach einer Wiederholung, einer "Boosterung", einen wirksamen Schutz hinterlässt, brauchen wir also bis zum Alter von 6 Monaten mindestens zwei Impfungen, um diesen nahtlosen Übergang zu erreichen. Damit fällt der Beginn des Impfens etwa auf den 4. Lebensmonat. Jeder spätere Beginn ist natürlich möglich, würde aber eine unnötige "Lücke" nach Ende des Nestschutzes und vor Beginn des Impfschutzes entstehen lassen. Ein noch früherer Beginn wird diskutiert und erscheint nach allem Gesagten sinnvoll.Zum Impfen muss man gesund sein. Fieberhafte Erkrankungen sollen ganz ausgestanden sein, wenngleich die vielen praktischen Erfahrungen mit immer wieder erkälteten Kindern gerade im ersten Lebensjahr keine Komplikationen gezeigt haben. Während einer Schwangerschaft vermeidet man aus Prinzip möglichst alle Impfungen, wenngleich weltweit nach unbeabsichtigten Fällen keine Probleme bekannt geworden sind. Eine vorausgehende andere Impfung verlangt oft einen ganz bestimmten Abstand zu weiteren, den man in das Impfbuch eingetragen lässt. Nach einer Impfung soll in den folgenden 1-2 Monaten keine Operation eingeplant werden. Eine Spritze mit konzentrierten menschlichen Antikörpern ( Gamma-Globulin ), die unter Risikosituationen vor einer Reise in sehr Infektions-gefährdete Länder oder nach Kontakt mit einer schlimmen Infektion gelegentlich als Schutz gegeben wird, bedingt eine Impfpause von mindestens drei Monaten, weil in der Spritze zufällig enthaltene Antikörper gegen die geplante Impfung deren Erfolg verhindern können. Bekannte, meist angeborene Erkrankungen, die eine normale Funktion des Immunsystems verhindern, können ein Impfhindernis sein. Während der Einnahme von Medikamente, die das Immunsystem gezielt oder als Nebenwirkung beeinträchtigen, wie während der Behandlung von bösartigen Erkrankungen, dürfen oft keine Impfungen gegeben werden, im Zweifelsfall muss darüber offen mit den behandelnden Ärzten gesprochen werden. Nach manchen Impfungen ( Lebendimpfungen) kann der Impfling andere Kontaktpersonen unbeabsichtigt "mitimpfen", die möglicherweise gerade eine der oben erwähnten Bedingungen für das Impfen nicht erfüllen, vielleicht schwanger sind, bei der Wahl des Impfzeitpunktes soll also die Umgebung mit beachtet werden. HomöopathischeBehandlungen sind mit einer Impfung meist nicht kombinierbar, der Behandler gibt darüber Auskunft. Impfungen sind bedeutende medizinische Eingriffe, die nur nach völliger Aufklärung, Planung und dem Einverständnis des Patienten erfolgen dürfen. Bei uns gibt es keinerlei staatliche oder sonstige institutionelle Verpflichtung zum Impfen, es kann unter keinen Umständen eine Bedingung etwa für die Aufnahme in einen Kindergarten oder die Schule sein. Es ist freiwillig.

Der zur Zeit vorgeschlagene Impfkalender in Deutschland (gleichlautend fast auf der ganzen Welt) sieht so aus:

Impfkalender

Erklärung zu einzelnen Impfungen:Der Impfkalender der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) (letzter Stand 27. Juli 2009 )
Unmittelbar nach der Geburt: simultane Hepatitis-B-Impfung für Kinder an Hepatitis B erkrankter Mütter
2 Monate: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae Typ b, Polio, Hepatitis B, Pneumokokken, ROTA-Viren
3 Monate: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae Typ b, Polio, Hepatitis B, Pneumokokken, ROTA-Viren
4 Monate: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae Typ b, Polio, Hepatitis B, Pneumokokken, ROTA-Viren
11-14 Monate: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae Typ b, Polio, Hepatitis B,
12. Monat: Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Meningokokken (ab dem vollendeten 12. Monat)
15-23 Monate: Masern, Mumps, Röteln, ggf. Windpocken-Auffrischung
5-6 Jahre: Tetanus-, Diphtherie- und Pertussis-Auffrischung
9-17 Jahre: Tetanus-, Diphtherie-, Pertussis- und Polio- Auffrischung, ggf. Komplettierung des Hepatitis B-Impfschutzes
12-17 Jahre: Humane Papillomviren für Mädchenab
18 Jahre: Tetanus- und Diphtherie-Auffrischung alle 10 Jahreüber
60 Jahre: Influenza jährlich, Pneumokokken alle 6 JahreUm die Zahl der Injektionen gering zu halten, empfiehlt die STIKO die Verwendung von Kombinationsimpfstoffen. Alle oben genannten von der STIKO empfohlenen Impfungen sind Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen (nach § 20d SGB V)

Hepatitis A

Diese ansteckende Virusinfektion (Infektiöse Gelbsucht) verläuft in der Kindheit ziemlich harmlos mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und der berühmten Gelbsucht praktisch ohneKomplikationen oder Spätschäden (anders beim Teenager oder Erwachsenen). Eine Impfung erscheint in der Kindheit nicht dringend, am Ende der Pubertät ändert sich dies. Wer durch unvermeidliche Reisen in Risikoländer etwa in Afrika ein Infektionsrisiko fürchtet, kann sich durch diese Impfung rasch schützen, der Schutz kann bereits wenige Tage nach der ersten Spritze wirksam sein, die nach 6-12- Monaten wiederholt werden muss und dann einen lebenslangen Schutz erzeugt. Es gibt eine Kombinationsspritze mit Hepatitis B. Die Impfung ist sehr gut verträglich, lässt sich auch mit anderen kombinieren. Es handelt sich um einen neuen Aktiv-Impfstoff, der nichts mit dem früher gerne verwendeten Gamma-Globulin zu tun hat. Dies war ein passiver, wenige Monate anhaltender Schutz durch die Injektion von aus menschlichem Blut gewonnenen Antikörpern, die auch gegen Hepatitis A schützen konnten.
Diphtherie.

Diese Erkrankung wird durch Bakterien hervorgerufen. Zur Zeit ist sie in Deutschland selten, nur wenige Einzelfälle, vor einigen Jahren hat sich allerdings in einem Kindergarten eine kleine Epidemie ereignet, weil diese Kinder nicht geimpft waren. Die Eintrittspforte für die Bakterien ist meistens der Rachen, wo sich eine massive Entzündung und Mandelentzündung bildet. Die entzündeten Schleimhäute sondern Sekrete ab, welche gerinnen und zunehmend den Weg für die Atemluft einengen. Größte Schwierigkeiten und Todesfälle können durch Ersticken entstehen. Eine weitere große Gefahr entsteht durch Gifte (Toxine) dieser Bakterien, die speziell die Herzmuskelzellen lähmen, so dass die Patienten an einem plötzlichen Herztod versterben können, andere eine lebenslange Herzmuskelschwäche davontragen. Cirka 30 % der Patienten sterben auch heute noch, selbst unter dem Einsatz massivster intensivmedizinischer Möglichkeiten, Antibiotika und Gegengiften. Der Impfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff, enthält also eine lebenden Bakterien. Er wird im ersten Lebensjahr dreimal verabreicht, im zweiten Lebensjahr aufgefrischt und muss dann in regelmäßigen Abständen mit einer einmaligen Spritze erneuert werden. Auch Erwachsene sollten sich ungefähr alle 10 Jahre neu impfen lassen. Die Impfung ist sehr gut verträglich, sehr effektiv und weltweit eingeführt. Da es sich bei der Diphtherie um eine Erkrankung durch Bakterien handelt, ist eine Behandlung durch ein Antibiotikum möglich. Dies setzt jedoch voraus, dass die Erkrankung in einem sehr frühen Stadium korrekt diagnostiziert wird und sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden.Erwachsene erhalten zur Auffrischung einen schwächeren Impfstoff als die Kinder.
TETANUSDer Wundstarrkrampf ist seit der generellen Durchimpfung glücklicherweise sehr selten geworden. Es ist eine Erkrankung durch sogenannte Clostridien, die nur unter Sauerstoffabschluss gedeihen. Die Sporen dieser Erreger sind auf der ganzen Welt und überall zu finden. Nicht schwere Verletzungen, sondern am häufigsten kleine Bagatelleverletzungen wie auch Verbrühungen oder Verbrennungen sind die häufigsten Eintrittspforten für den Erreger. Gifte dieser Bakterien bewirken eine Lähmung und Schädigung von Nerven, die dann zu unwillkürlichen Muskelbewegungen und Krämpfen führen. Auch heute noch muss man mit einer Sterblichkeit von 50 % rechnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Erkrankungen hinterlässt eine Tetanusinfektion keinerlei Immunität, man kann ihn also mehrfach bekommen. Die Schutzimpfung wird auch im ersten Lebensjahr dreimal durchgeführt, aufgefrischt im zweiten Lebensjahr und später in regelmäßigen Abständen erneuert. Die Tetanusimpfung wird sicher zu häufig aufgefrischt. Es ist entgegen früherem Usus nicht nötig, bei jeder kleinen Verletzung die Impfung aufzufrischen oder gar einen kompletten neuen Impfungszyklus zu wiederholen. Nach den Grundimpfungen empfiehlt man heute eine routinemäßige Auffrischung alle 10 Jahre, nur nach schweren Verletzungen bereits nach 5 Jahren.

KEUCHHUSTEN

Keuchhusten ist eine bakterielle Infektionskrankheit, meist im Kindesalter. Die Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität. Leider kann die Mutter ihrem neugeborenen Baby keinen Nestschutz mitgeben! So kann also bereits ein Neugeborenes sich unglücklich an einem Keuchhusten anstecken. Die Erkrankung verläuft nach einer Tröpfcheninfektion typischerweise in zwei Phasen. In der ersten Phase treten unspezifische Erkältungssymptome auf, etwa eine bis zwei Wochen danach beginnt eine Phase des heftigen, anfallsartigen Hustens, der minutenlang anhalten kann, dann aber von einer ruhigen Pause gefolgt wird. Die Anfälle häufen sich in der Nacht. Nach mehreren Wochen ebbt der Husten allmählich ab, es bleibt jedoch eine Hustenanfälligkeit für viele Monate bis Jahre, so dass bei Anstrengung oder harmlosen neuen Erkältungen der typische Keuchhustenanfall später wieder auftreten kann. Im Rahmen der akuten Erkrankung können sich cerebrale Krampfanfälle ereignen, eine Lungenentzündung ist nicht selten. Wenn man von einer Ansteckung erfahren hat, kann man durch eine unmittelbare Antibiotikumbehandlung das Ausbrechen der Krankheit verhindern. Sobald allerdings Symptome aufgetreten sind, lässt sich auch durch das Antibiotikum an dem weiteren Ablauf der Erkrankung nichts mehr ändern. Nur die Dauer der Ansteckungsgefahr lässt sich damit eventuell abkürzen. Unmittelbar bedrohlich ist der Keuchhusten in den ersten vier Lebensmonaten, weil das kleine Baby gar nicht zu Hustenanfällen kommt, sondern bereit vorher mit einem Stillstand Atmung reagieren kann. Da dies unbemerkt im Schlaf vorkommen kann, ist dies eine lebensgefährliche Bedrohung. Keuchhusten darf sich in der frühen Säuglingszeit nicht ereignen! Die Impfung gegen Keuchhusten hat sich in den letzten Jahre ständig verbessert. Erste Impfstoffe waren noch aus den gesamten Zellbestandteilen der Keuchhustenerreger hergestellt, hatten damit das Risiko einer Reihe von unerwünschten Begleiterscheinungen wie Schmerzen an der Einstichstelle und Fieber, gelegentlich Unterzuckerzustände Stunden nach der Impfung. Tatsächlich schwere Impfnebenwirkungen nach der Keuchhustenimpfung haben sich niemals ereignet! Durch Neuentwicklungen sind die heutigen Impfstoffe wesentlich reiner, damit die Möglichkeiten von Nebenwirkungen extrem selten geworden, es gibt keinerlei Berichte über solche. Die Impfung ist auch als Auffrischimpfung für Erwachsene sehr zu empfehlen, nicht zuletzt zum Schutz etwaiger kleiner Säuglinge oder gar Neugeborener in der eigenen Familie.

HIB

HIB ist die Abkürzung für den Erreger Hämophilus influenzae Typ Bder bei vielen erkältungsähnlichen Erkrankungen beteiligt ist und zum Beispiel Halsentzündungen, Mittelohrentzündungen aber auch eine sehr schwere Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen kann. Dieser Erreger ist gleichfalls an der sogenannten Epiglottitis beteiligt, dies ist eine plötzliche hochakute Infektion des Kehldeckels, die auch heute noch sehr häufig tödlich ausgeht. Diese Bakterien sind vorwiegend in der frühen Kindheit, etwa bis zum Schulalter von Bedeutung. Sie haben die Fähigkeit, sich vor dem Erkennen durch unser Immunsystem gut zu schützen, gewissermaßen zu maskieren, so dass mehrere Infektionen im Lauf der Kindheit notwendig sind, um eine Widerstandskraft dagegen zu entwickeln. Deshalb kann es auch zu den sehr schweren Infektionen kommen. Die Impfung vermittelt einen sehr hohen Schutzgrad gegen Infektionen. Eitrige Meningitis durch diese Erreger und die gefürchtete Epiglottitis sind seit Einführung dieser Impfung bei uns nahezu verschwunden. Empfohlen ist ein Beginn dieser Impfung zusammen mit den anderen Grundimpfungen. Wenn man im späteren Lebensalter, etwa mit einem oder mit zwei Jahren, diese Impfung erst beginnt, muss man nur noch eine oder zwei Impfungen machen, da das Kind in aller Regel selbständig schon einige Infektionen durchgemacht hat. Frühzeitige Impfung ist sehr anzuraten.

KINDERLÄHMUNG

Diese Virusinfektion wird von Mensch zu Mensch über seine Ausscheidungen oder durch Tröpfcheninfektion übertragen. Zur Zeit gibt es in Deutschland keine Kinderlähmungserkrankungen mehr. Dies ist ein beachtlicher Erfolg des Impfens. In vielen Ländern der Welt ist die Kinderlähmung jedoch ein weiterbestehendes schreckliches Risiko. Eine Behandlungsmöglichkeit dieser Erkrankung gibt es nicht. Sie verläuft schicksalhaft, allerdings endet die Erkrankung nur bei einem Bruchteil der Infizierten mit der tatsächlich weitreichenden Lähmung oder gar dem Tod. Viele Jahre wurde fast auf der ganzen Welt mit der berühmten Schluckimpfung geimpft. Dies war eine sehr effektive, leicht zu verteilende Impfmethode. Dies hat sehr dazu beigetragen, dass die Impfung weltweit akzeptiert wurde. Diese weitverbreitete Schluckimpfung hatte jedoch das Risiko in etwa einem Fall auf fünf bis zehn Millionen Impfdosen eine sogenannte Impfkinderlähmung zu erzeugen. Im Verhältnis zu der hervorragenden Schutzwirkung war dies zwar ein kleines Risiko, da die Kinderlähmung aber bei uns ausgestorben ist, eine Ansteckung in unserem Land also nicht mehr möglich ist, war sozusagen der mögliche Preis für den Schutz zu hoch geworden. Es gibt jetzt auch in Deutschland einen sogenannten Totimpfstoff, also einen Impfstoff, der in diesem Fall als Spritze gegeben wird und eine sehr gute Schutzwirkung ohne das bisherige kleine Risiko der Impfkrankheit zu haben. Die jahrzehntelange Kinderlähmungsschluckimpfung gibt es damit bei uns nicht mehr. Ein Aspekt dieses neuen Kinderlähmungsimpfstoffes soll hier aber erwähnt werden: Nach erfolgreicher Impfung ist man auch mit dieser neuen Impfung sehr gut geschützt. Man kann aber nach einer Ansteckung, etwa im Urlaub, eine Art Virusinfektion meist im Darmbereich durchmachen. Das führt aber zu keiner Lähmung, da man ja geimpft ist. In dieser Zeit scheidet man jedoch vermehrungsfähige, ansteckende, echte Kinderlähmungsviren aus. Man kann sie also mit nach Hause bringen, seine Umgebung anstecken. In Zukunft gehen also absolute Nichtimpfer das Risiko ein, sich hier zu Hause in Deutschland unbemerkt an einer echten Kinderlähmung anzustecken.

Hepatitis B

Seit man weiß, wie verbreitet auf der Welt und auch bei uns diese Virusinfektion ist und wie verheerend sich die mögliche chronische Verlaufsform auf ein ganzes Leben auswirken kann, da es keine Behandlungsmöglichkeit gibt, hat diese Impfung auf der ganzen Welt Einzug gehalten. Bei uns ist sie fast als letztem europäischen Land 1996 eingeführt worden. Kinder sind im Mittelpunkt der Impfempfehlung, weil sich eine Infektion je nach Alter in bis zu 90% der Erkrankungen zu der erwähnten chronischen, oft nie mehr ausheilenden Verlaufsform entwickeln kann. Ein Erwachsenen hat demgegenüber ein Risiko von etwa 10 %. Der Impfstoff ist gentechnologisch hergestellt, enthält keinerlei Bestandteile vom Menschen oder Tieren und ist sehr gut verträglich. Man kann bereits ein Neugeborenes impfen. Dies ist wichtig, wenn die Mutter Virusträgerin ist und ihr Baby während oder schon kurz nach der Geburt anstecken würde. Dieses infizierte Neugeborene würde mit großer Sicherheit eine schwere Verlaufsform der Krankheit bekommen.Die normale erste Impfung soll mit 2-3 Monaten durchgeführt werden, erste Wiederholung etwa einen Monat später, dritte Impfung 6-12 Monate später. Diese Impfung kann mit allen bekannten anderen Impfungen kombiniert werden, also am gleichen Tag gegeben werden. Reaktionen nach der Impfung sind fast unbekannt, selten Temperatur, bei größeren Kindern, so bei ihnen diese Impfung nachgeholt wird, tritt auch mal Abgeschlagenheit am Tag nach der Impfung auf. Diese Impfung erreicht einen schnellen und guten Schutzeffekt, der kann etwa ein Jahr nach der letzten Spritze gut durch eine Blutuntersuchung (Antikörperbestimmung) gemessen werden und zeigt auch, wie lange der Impfschutz voraussichtlich anhält, bei den gut reagierenden Kindern oft 10 Jahre und länger, wohl sogar lebenslang. Eine spätere einmalige Auffrischung je nach Testergebnis kann den Schutz lebenslang erhalten. Auch Erwachsene sollten sich impfen lassen.

MASERN

Masern ist eine Virusinfektion. Die Mutter kann, so sie die Krankheit selbst durchgemacht hat oder geimpft wurde, ihrem Baby einen Schutz weitergeben. Dieser Nestschutz reicht oft bis in das zweite Lebensjahr. Die Erkrankung an Masern verläuft meist in zwei Etappen, nach einer grippeähnlichen Erkrankung kommt ungefähr eine Woche später ein erneutes Aufflammen mit gleichzeitig sehr hohem Fieber, einem typischen Ausschlag am ganzen Körper verbunden mit Beteiligung aller Schleimhäute, so dass die Patienten stark husten, meist starke Ohrenschmerzen haben, die Augen rot und geschwollen schmerzen, der Darm mit Bauchschmerzen und Durchfall beteiligt ist. Nach ungefähr vier Tagen verschwinden diese Symptome rasch, im unkomplizierten Verlauf hinterlässt die Erkrankung eine lebenslange Immunität. Jedoch bei ca. einem Erkrankten unter 1000 erfasst die Erkrankung das Gehirn, wodurch schwerste Hirnschäden und lebenslange Invalidität entstehen können. Eine irgendwie geartete Behandlungsmöglichkeit gibt es bis heute nicht. Diese Hirnbeteiligung stellt die schwerste Komplikation der Masernerkrankung dar. Weitere Probleme der Masern entstehen gelegentlich durch eine glücklicherweise vorübergehende Lähmung unseres ganzen Immunsystems, wodurch nach den Masern häufig schwere Verläufe anderer Infektionen auftreten können. Das erwähnte Risiko von 1 auf 700 Erkrankten für die gefürchtete Hirnbeteiligung stellt eine so große Bedrohung dar, dass man die sehr effektive Impfung dringend empfehlen muss. Natürlich muss man zugestehen, dass ein Großteil der Geimpften diese Erkrankung auch ohne diesen Schutz gut absolviert hätte. Da eine Vorhersage jedoch nicht möglich ist und der Verlauf der Masern bisher in keiner Weise beeinflusst werden kann, bleibt als Möglichkeit die Impfung. Es gibt Berichte, dass unter ca. 1 Million Impflingen einer mit Symptomen einer Hirnentzündung reagiert. Diese ist genau das, was man durch die Impfung bei den übrigen verhindern möchte. Diese Patienten hätten bei einer echten Infektion mit Sicherheit ebenso reagiert, es bleibt festzuhalten, dass gegenüber einem Hirnentzündungsrisiko von 1 : 700 bei der echten Infektion ein Impfrisiko von ca. 1 : 1 Mio. besteht. Wegen der möglicherweise noch anhaltenden Wirkung der mütterlichen Antikörper im Kind, kann diese Impfung frühestens mit einem Jahr erfolgen, zur Zeit empfiehlt man das Alter von 12 Monaten. Da ein geimpftes Kleinkind möglicherweise Impfviren an seine Mutter weitergeben kann, empfiehlt es sich, bei einer neuen Schwangerschaft der Mutter, das Kleinkind erst nach der Geburt des neuen Babies zu impfen. Man kennt zwar keine beschriebenen Schädigungen, aus grundsätzlichen Überlegungen wäre dies aber möglich und die Impfung sollte deshalb vermieden werdenMasernimpfungs-Nebenwirkungen:Etwa eine Woche nach der Impfung entsteht bei rund 10 % der Kinder Fieber und ein leichter, den echten Masern ähnlicher Ausschlag an der Haut. Diese Erscheinung ist harmlos, ist meist nach zwei Tagen wieder abgeklungen. Der Schutz einer erfolgreichen Masernimpfung hält zwar lebenslang, eine so geschützte Frau kann jedoch in einer Schwangerschaft an ihr Kind weniger Nestschutz weitergeben, da die Antikörperhöhe nach der Impfung nicht die der echten Masern erreicht. In Zukunft können also Babies weitaus früher in ihrem Leben als bisher üblich an Masern erkranken, der empfohlene Zeitpunkt der Masernimpfung wird sich wahrscheinlich deshalb bald ändern und in früheren Monaten durchgeführt werden.

MUMPS

Mumps (auch als Ziegenpeter bekannt) ist eine Virusinfektion, die durch Tröpfchen übertragen wird. Gegen Mumps haben die Kinder in aller Regel über ihre Mutter einen Nestschutz, der ins zweite Lebensjahr hineinreicht. Während der fieberhaften Erkrankung, die meist mit unangenehmen Kopfschmerzen verbunden ist, fällt eine charakteristische Schwellung der Speicheldrüsen beidseits vor und unter den Ohren auf, die sehr schmerzhaft sein kann. Während dieser Erkrankung sind allerdings auch die nicht sichtbaren Drüsen im ganzen Körper, z.B. auch die Bauchspeicheldrüse oder Drüsen an den inneren Geschlechtsorganen oder den Hoden des Jungen beteiligt. Die Mumpsviren haben auch eine Neigung, das Gehirn zu erfassen, als Komplikation kann eine Entzündung der Hirnhäute oder eine Schädigung der Hirnnerven entstehen, davon relativ häufig Schwerhörigkeit oder Taubheit. Falls man erst nach der Pubertät erkrankt, muss bei Jungen in fast 30 % der Fälle mit Unfruchtbarkeit durch Beteiligung der Nebenhoden gerechnet werden. Auch bei den Mädchen können die Eierstöcke und die Eileiter beteiligt sein. Mumps ist keine harmlose Erkrankung, das Bedürfnis nach einem Schutz ist berechtigt. Der Impfstoff hat sich weltweit seit vielen Jahren bewährt, man kennt keine wirklichen Nebenwirkungen. Wegen der mütterlichen Antikörper (Nestschutz) ist auch gegen Mumps eine Impfung erst ab dem 12. Lebensmonat empfohlen.

RÖTELN

Röteln sind eine Virusinfektion. Sie hinterlassen eine lebenslange Immunität. Der grippeähnliche Verlauf ist oft so harmlos, dass man es kaum als eigene Erkrankung bemerkt. Die Röteln sind deshalb von großer Bedeutung, weil die Frucht während der frühen Schwangerschaft durch eine Erkrankung der Mutter schwerst geschädigt werden kann. Auch heute noch ereignen sich in Deutschland täglich Geburten mit rötelngeschädigten Kindern. Die Lebendimpfung mit dem weltweit bewährten Impfstoff ist absolut problemlos durchzuführen. Man kann diskutieren, zu welchem Zeitpunkt eine Impfung empfehlenswert ist. Bei der üblicherweise empfohlenen Impfung im 15. Lebensmonat werden auch bei den Röteln nur ungefähr 95 % sicher geschützt sein. Einige davon haben bis ins Erwachsenenalter diesen Impfschutz möglicherweise schon wieder abgeschwächt oder verloren. Zumindest bei Mädchen sollte in der Pubertät der Rötelnschutz überprüft werden, gegebenenfalls eine Impfung wiederholt werden. Demgegenüber hinterlässt eine echte Rötelninfektion in der Kindheit einen sicheren lebenslangen Schutz. Hier steht also Allgemeinwohl im gewissen Gegensatz zum Individualwohl. Denn die Frühimpfung der Kinder trägt natürlich zu einer unbeabsichtigten Infektion einer ungeschützten Schwangeren bei, verhindert also vielleicht einen Rötelschaden. Die beste Individuallösung wäre natürlich, die Röteln, wie meist, problemlos durchzumachen und selbst damit bestens geschützt zu sein, dabei besteht allerdings das Risiko, jemanden anzustecken. Die öffentliche Empfehlung lautet jedenfalls, Frühimpfung mit 12 Monaten.
Windpocken.

Diese sehr ansteckende Infektion durch die Varizella-Zoster-Viren kann vom Neugeborene- bis ins hohe Alter jeden erreichen. Im häufigsten Fall wird nach einer Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen eine Bläschenkrankheit in mehreren Schüben auftreten, selten mit Fieber und nach wenigen Tagen scheint die akute Erkrankung vorrüber zu sein. Es bleiben jedoch immer in bestimmten Zellen des Rückenmarks einige dieser Viren für das ganze weitere Leben nachweisbar. Diese Viren können in Stresszeiten oder bei ungewöhnlicher Beeinträchtigung der Immunität (andere Krankheiten, bösartige Krankheiten, Medikamente bei Tumorkrankheiten oder Bestrahlung) wieder aktiv werden und begrenzte "Windpocken", die Gürtelrose hervorrufen, die dann natürlich für Ungeimpfte eine Windpockengefahr bedeuten. In seltenen Fällen, häufiger bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Windpockenerkrankung zu einer Beteiligung des Gehirn führen, die schwere bleibende Schäden verursachen kann. Windpocken können leider, so harmlos sie Vielen erscheinen mögen, in der Frühschwangerschaft und beim Neugeborenen schwerste Schäden, häufig den Tod bedeuten. Gerade in jungen Familien mit Kinderwunsch sollte eine Erkrankung aller Familienmitgliederdurch rechtzeitiges Impfen verhindert werden. Die Impfung ist weltweit verfügbar und empfohlen, Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Es deutet sich an, dass durch die Impfung auch die Gürtelrose erfolgreich verhindert wird. Man impft meist mit 12 Monaten in Kombination mit Masern, Mumps und Röteln, also zweimal.

TUBERKULOSE

Die Erkrankung an Tuberkulose in der Kindheit ist zur Zeit in Deutschland eine Seltenheit. Es gibt gute Möglichkeiten eine Tuberkulose zu diagnostizieren und verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln. Da die Impfung nicht selten lokale und sogar allgemeine Probleme bereitet hat, wurde ihre allgemeine Empfehlung in den 70iger Jahre zurückgezogen. Heute kann man diese Impfung raten, wenn man mit kleinen Kinder in ein Risikogebiet reisen will oder dort leben muss. Eine allgemeine Impfempfehlung dafür besteht nicht mehr.

GRIPPE

Seit Jahren gibt es einen bewährten Grippeimpfstoff. Es handelt sich dabei um eine Impfung gegen die echte Influenza, die regelmäßig als eine Epidemie um die Welt zieht. Diese Grippe kann lebensbedrohlich verlaufen. Gefährdet sind vor allem chronisch kranke oder immungeschwächte Kinder und auch ältere Menschen. Der Impfstoff muss jedes Jahr entsprechend den jeweils vorkommenden Influenzatypen aktualisiert werden. Die einmalige Spritze hinterlässt eine gute, wegen der laufenden Veränderung der Grippeviren jedoch möglicherweise nur ein Jahr lang anhaltende Immunität. Die Grippeimpfung schützt nicht vor den unzähligen anderen sogenannten banalen Erkältungsviren! Empfehlenswert ist die Impfung also etwa bei Herzkranken oder anderweitig vorbelasteten Kindern.

PNEUMOKOKKEN

Pneumokokken sind eine weltweit vorkommende, häufige Bakterienart, die in zahlreichen Untergruppen unterteilt werden kann. Diese Bakterien können besonders in der Kindheit sehr schwer verlaufende Infektionen auslösen. Das Besondere an diesem Krankheitserreger ist, dass er durch verschiedene "Tricks" in der Lage ist, besonders das kindliche Immunsystem so zu täuschen, dass es lange Zeit keine Abwehr gegen die Pneumokokken aufbauen kann, der Erreger sich also ungestört vermehren und seine Schädigung fortsetzen kann. Diese Besonderheit verliert sich mit zunehmendem Alter der Kinder, aber eben bis ins Schulalter stellen diese Bakterien ein besonderes Risiko dar. Die so ausgelösten Krankheiten sind besonders schwer verlaufende und lange Zeit sich wiederholende Mittelohrentzündungen und eine ungewöhnlich schwere Verlaufform einer eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis), die häufig tödlich verläuft, im Überlebensfall leider schwere Behinderungen mit sich bringt. Eine spezielle Impfung kann auch bei kleinen Säuglingen mit Erfolg durchgeführt werden. Die Impfung ist für alle Kinder sinnvoll, besonders aber für Frühgeborene oder Säuglinge, die aus verschiedenen Gründen besonders anfällig sein können, also mit Krankheiten der Atemwege oder Herzkrankheiten. Die erste von insgesamt vier Impfungen kann schon im Alter von zwei Monaten durchgeführt werden, der moderne Impfstoff zeigt sich ungewöhnlich gut verträglich.

Meningokokken

Diese Bakterien verhalten sich ähnlich wie Pneumokokken oder Hämophilus mit ihrer besonderen Fähigkeit, sich bei in der Abwehr noch ungeübten kleinen Kindern sozusagen dem Zugriff entziehen, sich also ungehindert vermehren, schwere Infektionen auslösen zu können. Zudem lösen sie gelegentlich eine vollständige Entgleisung vieler Kreislauf- und Blutgerinnungsfunktionen aus. Deshalb sind Meningokokkeninfektionen in der Kindheit ein Schreckenswort. Die gefährlichste Komplikation ist eine rasante Form einer Meningitis (Hirnhautentzündung), die leider erschreckend häufig tödlich verläuft oder im Überlebensfall gravierende bleibende Schäden verursacht. Kleine Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet.Es gibt mehrere Untergruppen dieser Erregerfamilie, die zum Teil in verschiedenen Ländern unterschiedlich häufig auftreten. Man kann gegen einige dieser Gruppen impfen, leider nicht gegen alle. Immerhin gibt es gegen einige wichtige Meningokokken-Stämme auch in Deutschand gut wirkende Impfstoffe, völlig unproblematisch, keine Nebenwirkungen, heute kann schon erfolgreich bei kleinen Säuglingen geimpft werden. Auffrischungen in der Pubertät sind sinnvoll.

Rota-Virus-Infektion

ROTA-Viren sind weltweit Erreger besonders schwerer Brech-Durchfall-Erkrankungen, von denen besonders kleine Kinder bis drei Jahren betroffen sind. Die Erreger sind außerordentlich widerstandsfähig und bleiben an Spielzeug, Gegenständen des täglichen Lebens oder auch an den Händen der Menschen lange infektionsfähig. Sie widerstehen auch vielen üblichen Desinfektionsmitteln.Nach einer kurzen Inkubationszeit kann die Erkrankung unterschiedlich heftig verlaufen, dies kann man nicht voraussehen. Im schweren Verlauf kann nach 20-30 Durchfällen innerhalb eines Tages der Salz-Wasser-Haushalt vollständig zusammenbrechen und die Erkrankung tödlich enden, wenn nicht intensivmedizinisch eingegriffen wird. Die Impfung gegen ROTA-Viren ist eine Schluckimpfung, die schon kleinen Säuglingen ab 2 Monaten gegeben werden kann. Nach zwei Dosen im Abstand von vier Wochen ist eine gute Immunität erreicht.

HPV (Humane Papilloma Viren)

Viren dieser Gruppe kommen weltweit vor und verursachen verschiedene Hauterkrankungen wie Warzen oder aber auch bösartige Tumorbildungen im Gebärmutterhals. Nicht bösartig aber lebenslang sehr belastend können im Genitalbereich die sogenannten Feigwarzen (Condilomata accuminata) auftreten. Man kennt heute vielleicht 100 verschiedene Typen des Erregers, die unterschiedliche Erkrankungen oder Schweregrade verursachen können, einige wenige sind als die hauptsächlichen Krebserreger bekannt geworden. Nach einer Erstinfektion können fast 98% der Patienten wieder spontan frei, gesund werden, einige werden die Besiedelung mit den Viren jedoch nicht mehr los. Nach 10-20 Jahren können nun bösartige Veränderungen auftreten, die bei den Vorsorgeuntersuchungen erfasst werden können. Leider bleibt ein Teil unbehandelbar. Diese Viren werden ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen, andere Übertragungswege sind nicht bekannt. Seit wenigen Jahren sind Impfstoffe eingeführt worden, die einen überraschend guten Schutz vor den gefährlichsten Vertretern dieser Viren vermitteln. Die Impfung kann nur eine Neuinfektion verhindern, zur Behandlung einer bereits bekannten Infektion ist sie nicht in der Lage. Daher gibt es in Deutschland (und weltweit) nun eine Empfehlung zur vorsorglichen Impfung gegen HPV. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten im Alter von 12-18 Jahren bei Mädchen. Eine Impfung bei Jungen ist ebenso sinnvoll, da sie als Überträger genauso in die Infektionskette eingebunden sind, aber eine Kostenübernahme ist bisher nicht diskutiert. Die übliche Impfempfehlung beinhaltet drei Impfungen, 2 und 6 Monte nach der ersten Impfung. Es sind entgegen marktschreierischer Angstartikel in der Presse keinerlei Nebenwirkungen oder ernsthafte Zwischenfälle bekannt. Im Gegenteil sieht man bereis weltweit die güstigen Auswirkungen dieses neuen Schutzes.

ZECKEN

Die Zeckenimpfung schützt vor der sogenannten FSME (Frühsommermeningoenzephalitis). Dies ist eine Virusinfektion des Gehirn, unbehandelbar, die durch Zecken übertragen wird. Nicht alle Zecken sind Überträger, über Mittel-und Osteuropa verteilt findet man hauptsächlich Waldgebiete mit einem festen Anteil von infizierten Zecken, über deren Biss man sich anstecken kann. Kinder unter drei Jahren erkranken kaum oder sehr leicht an der Krankheit. Die Impfung ist nur dann angeraten, wenn sie sich regelmäßig in einem solchen Risikogebiet aufhalten. Kinder können frühestens im 2. Lebensjahr geimpft werden. Empfohlen ist eine Kinderimpfung ab dem dritten Geburtstag. Neue Impfstoffe sind sehr gut verträglich.